Ehrgeiz und Leidenschaft

Coaching oder Therapie bei über­mäßigem Leistungs- und Erfolgs­streben

Für Ehrgeiz gibt es unterschiedliche Definitionen und Betrachtungen. Auf den ersten Blick fällt die Verbindung der beiden Wörter Ehre und Geiz auf. Ehrgeiz hat also viel mit dem Streben nach Erfolg, Ansehen und Anerkennung zu tun. Geiz geht auf das Wort Gier zurück, also ist die ursprüngliche Bedeutung von Ehrgeiz eine Gier nach Ehre.

Ich persönlich verbinde den Geiz im Ehrgeiz eher mit den Verzichten, die mit der ehrgeizigen Ziel­strebigkeit verbunden sind, denn ohne Leistungs­bereit­schaft, Opfer­bereit­schaft, Anstrengungen und Perfektionismus werden ehrgeizig hohe Ziele kaum erreich­bar sein.

In diesem Sinne ist Ehrgeiz verwandt mit Leiden­schaft, welche Leidens­fähig­keit abverlangt, um eine Aktivität leiden­schaftlich intensiv ausüben zu können. Ein leiden­schaft­licher Tänzer wird ein gewisses Maß an Leiden auf dem Weg bis zur hervor­ragenden Performance erleben. Aber während bei der Leiden­schaft die Anstrengungen als lustvoll empfunden werden (z.B. beim Tanzen), ist dies beim Ehrgeiz oft nicht der Fall.

Wenn ich nun mich selbst hinsicht­lich meiner wissen­schaft­lichen Lauf­bahn betrachte, dann stelle ich fest, dass ich ein leiden­schaft­licher Wissen­schaftler bin, aber auch viel Ehrgeiz brauchte, um das Doktorat zu erlangen.

Wann sind Ehrgeiz und Leiden­schaft positive Persön­lich­keits­merkmale?

Ehrgeiz und Leiden­schaft können sowohl produktiv als auch destruktiv sein. Aus meiner eigenen Perspektive und Lebens­erfahrung sind ehrgeizige Ziel­strebigkeit und leiden­schaftliche Aktivitäts­ausübung dann gut, wenn folgende Voraus­setzungen erfüllt sind:

Wenn diese Voraus­setzungen nicht erfüllt werden, dann empfinde ich Ehrgeiz als bedenk­lich und ehrgeizige Menschen als unsympathisch. D.h. aber auch, dass ich mich selbst nicht mehr mögen würde, wenn ich diese drei Voraus­setzungen nicht einhalten könnte.

Coaching oder Psychotherapie bei der ehrgeizigen und leiden­schaft­lichen Selbst­ver­wirklichung

Bei psychisch gesunden Menschen ist dieses “sich selbst nicht mehr mögen” beim ehrgeizigen Anstreben eines Ziels oder leidenschaftlichen Ausüben von Aktivitäten ein wichtiges Regulativ. Oft braucht es dazu die guten nahen Beziehungen, einen erfahrenen Mentor oder einen professionellen Coach, um die oben genannten drei Punkte zu reflektieren und das eigene Verhalten entsprechend darauf abzustimmen.

Hingegen würden narzisstische Menschen auch bei offen­sicht­lichen Selbst- und Fremd­schädigungen mehr oder weniger im selbst­gefälligen und problematischen Denken und Verhalten bleiben bzw. die Problematik nicht wahr­haben wollen. Deshalb ist in diesen Fällen eine Psychotherapie als Begleitung bei der Selbst­ver­wirklichung und Potential­ent­faltung so&mnbsp;wichtig.

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