Kreative Methoden

Verbesserung von Lehr- und Lern­prozessen mithilfe kreativer Methoden

Neues Wissen und neue Erkenntnisse können nur eingeschränkt durch direkte Wissens­vermittlung wachsen. Erst das eigene Wirken und die Reflexion der beim Üben und Handeln gemachten Erfahrungen führen zu neuen tieferen Erkennt­nissen und gefestigten Wissens­inhalten.

Kreativer spielerischer Lern- und Erfahrungs­prozess

Kreative Lehr-, Lern- und Trainings­methoden aktivieren dieses Tun, Handeln, Üben und Reflektieren beim Lern-, Arbeits- und Erfahrungs­prozess. So wie Kinder im Spiel sehr effektiv lernen, wird das kreative Üben und Wirken im Unterricht, Training oder Coaching zum anregenden Spiel, in dem wirksames spielerisches Lernen und Erfahren stattfindet.

Sensorische, emotionale und kognitive Erfahrung

Zentral ist dabei, dass beim Lern- und Erfahrungs­prozess das Denken mit Sinnes­empfindungen (Spüren, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken) und Emotionen verbunden wird und idealer­weise im Rahmen von Beziehungs­erfahrungen stattfindet. Durch das Zusammen­treffen von sensorischer, emotionaler und kognitiver Aktivität wird die Erfahrung, die Erkenntnis oder der Lern­stoff durch die vielseitige stärkere Vernetzung im Gehirn gefestigter abgespeichert.

Schüler, die im Biologie­unterricht in Kleingruppen die eukaryotische Zelle in allen Details mit unterschiedlichen Farben darstellen und anschließend die Gestaltung mithilfe des Lehrenden besprechen, korrigieren und ergänzen, werden diesen Lernstoff anschaulicher und (be)greifbarer in Erinnerung behalten, als wenn einfach nur ein Tafelbild der Zelle präsentiert und erklärt wird.

Problem­lösungs­fähigkeit, Selbst­ver­wirklichung und Selbst­bewusstsein

Mit dem Wachstum der kreativen und fachlichen Fähigkeiten wird zugleich die generelle Problem­lösungs­fähigkeit verbessert, wodurch es insgesamt leichter fällt, die Problem- und Aufgaben­stellungen im Leben gelungen zu bewältigen.

Die Selbsterfahrung bei der Anwendung kreativer Trainingsmethoden begünstigt außerdem die individuelle Selbstverwirk­lichung. Zudem kann angenommen werden, dass sich der kreative Lernprozess deutlich förderlicher auf das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen auswirkt, als es beim herkömmlichen Lernen der Fall ist.

Aufgrund des spielerischen Zugangs zum Lernen bzw. Lernstoff bei gleichzeitiger Förderung von Problemlösungsfähigkeit, Selbst­ver­wirklichung und Selbstvertrauen kommt es offenbar auch seltener zu Lernblockaden, Überforderung und Prüfungsangst.

Anwendungbereiche für kreative Methoden

Zur Anwendung kommen kreative Methoden in allen Ausbildungsbereichen und in jeder Altersgruppe. Auch in Beratungen und Psychotherapien werden zunehmend kreative Methoden als Hilfsmittel zur Selbsterfahrung und Problemlösung integriert, anstatt ausschließlich auf das Gespräch zu setzen.

Anwendung künstlerisch-kreativer Methoden im Kommunikationstraining und Coaching

Mit künstlerisch-kreativen Methoden sind die Ausdrucks­formen der bildenden Künste (malen, formen, gestalten) und der darstellenden Künste (theater­spielen, tanzen, singen) gemeint. In einem Kommunikations­training können diese Ausdrucks­formen dazu eingesetzt werden, sich zuerst kreativ gestalterisch in seinen Anliegen, Bedürfnissen und Positionen auszudrücken und in der Folge den kreativen Ausdruck durch Sprache, Stimme und Körper­sprache zu äußern.

Besonders nützlich hat sich dabei die Verwendung von Gegen­ständen in den unter­schied­lichsten Formen und Farben erwiesen, z.B. Seile, Tücher, Holzfiguren, Bälle, Kugeln, Sandsäckchen und Stofftiere, weil damit rasch und modifizierbar ein Ausdruck hervorgebracht werden kann.

Während im Kommunikations­training die kreative Visualisierung rein als Hilfsmittel zur inhaltlichen, sprachlichen, stimmlichen, emotionalen und körperlichen Verbalisierung dient, wird im Coaching die kreative Gestaltung zum Reflektieren und Ordnen persönlicher, beruflicher oder fachlicher Themen genutzt und besprochen.