Psychopharmaka

Anwendungsgebiete, Wirkstoffe, Wirkung und Nebenwirkungen von Psychopharmaka

Ein Psychopharmakon ist ein Arzneimittel, das die Psyche des Menschen symptomatisch beeinflusst und Störungen von Stoffwechselprozessen im Gehirn normalisieren kann. Psychopharmaka dienen vorwiegend der Behandlung psychischer Störungen und neurologischer Krankheiten, wobei es in den meisten Fällen zu einer Symptomverbesserung und Reduktion der Krankheitsdauer kommt.

Allerdings führen Psychopharmaka im Allgemeinen nicht zur Heilung psychischer Störungen. Die medikamentöse Behandlung psychischer Probleme ist deshalb in fast allen Fällen nur in Verbindung mit Psychotherapie sinnvoll.

Das Verschreiben von Psychopharmaka ist ausschließlich eine ärztliche Berechtigung. Psychotherapeuten und Psychologen dürfen keine Medikamente verordnen bzw. empfehlen – auch keine Substanzen, die nicht verschreibungspflichtig sind. Die psychopharmakologische Behandlung soll immer durch eine Psychiaterin oder einen Psychiater erfolgen. Im Gegensatz zu Allgemeinmedizinern verfügen sie über die entsprechende Facharztausbildung zur Behandlung psychischer Störungen.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite dient allen Interes­sierten zur Information und kann keines­falls ein ärztliches oder thera­peutisches Gespräch ersetzen. Bitte beachten Sie, dass ich Wissen­schaftler und Lehrender bin und keine Behandlung anbiete!

Unterteilung der Psychopharmaka

Nach Anwendungsbereichen können Psychopharmaka folgendermaßen unterteilt werden:

Ein hohes Abhängigkeitspotenzial gibt nur bei Tranquilizern aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine und Benzodiazepin-Analoge sowie bei einigen Psychostimulanzien. Von Antidepressiva, Antipsychotika und Phasenprophylaktika wird man nicht abhängig.

Ferner gibt es noch andere Psychopharmaka die vorwiegend bei neurologischen Störungen eingesetzt werden und auf die in diesem Artikel nicht eingegangen wird. Z.B. sind das Antidementiva, Nootropika (Gehirndoping), Parkinsonmittel, Antiepeleptika, Sexualtherapeutika, Entzugs- und Entwöhnungsmittel.

Antidepressiva

Wirkung

Antidepressiva haben eine stimmungsaufhellende und antriebsnormalisierende Wirkung und dienen zur Behandlung von depressiven Erkrankungen. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass sich bei der Depression biochemische Veränderungen im Gehirnstoffwechsel finden. Durch das Antidepressivum wird der bei den Erkrankten auftretende Mangel an den Neurotransmittern Noradrenalin und/oder Serotonin ausgeglichen.

Antidepressiva wirken folgendermaßen:

Die antidepressive Wirkung tritt allerdings verzögert nach etwa drei bis sechs Wochen ein. Wie neuere Untersuchungen zeigen, liegt der Grund wahrscheinlich an Veränderungen an den Rezeptoren, die eine gewisse Zeit benötigen. Bei Gesunden tritt keine stimmungsaufhellende Wirkung ein.

Metastudien haben gezeigt, dass Antidepressiva in 50-70% aller Fälle wirken. Manchmal sind mehrere Behandlungsanläufe mit unterschiedlichen Typen von Antidepressiva erforderlich. Es kann also sein, dass das erste verordnete Antidepressiva nicht ausreichend wirkt und in der Folge ein anderes Antidepressivum zum Einsatz kommt. Entscheidend ist auch, ob die Betroffenen bezüglich der Dosis gut eingestellt sind und die Medikamente zuverlässig eingenommen werden.

Arten von Antidepressiva

Entsprechend ihrer Wirkungsweise hinsichtlich Wiederaufnahme- oder Abbauhemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin bzw. der Blockade von Rezeptoren wird in folgende Typen unterteilt:

Nebenwirkungen von Antidepressiva

Die Nebenwirkungen der verschiedenen Typen von Antidepressiva sind sehr unterschiedlich. Etwa 25-50% der behandelten Patienten klagen über unerwünschte Nebenwirkungen, wobei die Beschwerden auch Krankheitssymptome sein können. Gravierende Nebenwirkungen gibt es bei 1,5-9% der Patienten.

Besonders bei den älteren trizyklischen Antidepressiva können erhebliche Beeinträchtigungen durch Nebenwirkungen auftreten, z.B. Leberwerterhöhung oder Hypertonie. Bei den neueren selektiven Antidepressiva gibt es insgesamt weniger Nebenwirkungen. Die sedierende Nebenwirkung, z.B. bei den NaSSA, kann bei Schlafstörungen sogar erwünscht sein. Allerdings kann hier die häufig auftretende Gewichtszunahme für die Patienten ebenfalls sehr belastend sein.

Die Einnahme von Antidepressiva sollte immer durch einen Psychiater und Psychotherapeuten begleitet werden. Die ersten Wochen der Einnahme sind dabei besonders wichtig, da der erwünschte Effekt der Antriebssteigerung bei gleichzeitig depressiver Grundstimmung in ganz seltenen Fällen zu erhöhter Suizidgefahr führen kann. Über den gesamten Verlauf einer depressiven Episode ist die Suizidgefahr jedoch höher, wenn keine Antidepressiva eingesetzt werden. Bei professioneller Begleitung wirkt sich die Antriebssteigerung hingegen positiv in der psychotherapeutischen Bearbeitung der Hintergründe der Depression aus.

Antidepressiva machen nicht abhängig. Allerdings sollte das Absetzten des Medikaments nach längerer Einnahme ausschleichend erfolgen, damit sich Körper und die Psyche darauf einstellen können.

Antipsychotika (Neuroleptika)

Wirkung

Neuroleptika wirken günstig auf psychotische Denk- und Wahrnehmungsstörungen und dämpfen psycho-motorische Erregungszustände und affektive Spannungen. Deshalb werden sie neben Psychosen oft auch bei Ängsten, Unruhe, Schlafstörungen, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen und Hypochondrie eingesetzt.

Die Wirkungsweise liegt überwiegend darin, dass sie die postsynaptischen Dopamin-Rezeptoren blockieren und dadurch zum Gegenspieler des Neurotransmitters Dopamin werden. Daneben können Neuroleptika auch noch die Rezeptoren andere Neurotransmitter blockieren. Bei Psychosen sind Neuroleptika unerlässlich. Sie können die Krankheit aber nicht heilen.

Einteilung der Neuroleptika

Nach ihrer chemischen Struktur werden Neuroleptika unterteilt in trizyklische Neuroleptika (Phenothiazine und Thioxanthene), Dibenzepine, Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine, Benzamide, Benzisoxazol-Derivate/andere Stoffe und Alkaloide.

Für die klinische Anwendung hat sich allerdings die Einteilung nach der antipsychotischen Wirkung (der sogenannten neuroleptischen Potenz) sowie die Unterteilung in typische und atypische Neuroleptika bewährt.

Die typischen Neuroleptika werden in drei Klassen unterteilt:

Neuroleptische Schwelle und Potenz

Auf der Suche nach der optimalen Dosierung von Neuroleptika beobachtete der Psychiater Haase einen direkten Zusammenhang zwischen antipsychotischr Wirkung und extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen, sogenannte Dyskinesien, die sich durch Bewegungseinschränkungen und Beeinträchtigung der Feinmotorik äußern.

Haase führte in der Folge den Begriff der neuroleptischen Potenz ein, welche die Fähigkeit eines Neuroleptikums beschreibt, in einer bestimmten Dosis das extrapyramidial-motorische System sichtbar zu beeinflussen. Stark antipsychotisch wirkende Neuroleptika lösen Dyskinesien im niedrigen Dosisbereich aus, d.h. sie sind hochpotent. Sind hohe Dosen erforderlich, um diese Nebenwirkungen auszulösen, wird die Substanz als niederpotent bezeichnet.

Die minimale Dosis eines Wirkstoffes, bei der messbare extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen auftreten, wird neuroleptische Schwelle genannt. In der Praxis wird bei Psychosen ein hochpotentes Neuroleptika verabreicht und der Patient genau bezüglich der Nebenwirkungen beobachtet. Durch die Wahl eines patientengerechten Neuroleptika und einer adäquaten Dosierung wird versucht, sich an die neuroleptische Schwelle heranzutasten, um die bestmögliche antipsychotische Wirkung zu erreichen bei gleichzeitig wenig bis keine Nebenwirkungen.

Neurobiologisch betrachtet korreliert die neuroleptische Potenz mit der Blockade des Dopamin-Rezeptors D2.

Atypische Neuroleptika

Mit der Entdeckung des atypischen Neuroleptikums Clozapin verlor das Konzept der neuroleptischen Schwelle seine Gültigkeit. Wegen dem fehlenden Zusammenhang zwischen antipsychotischer Wirkung und der extrapyramidialen Nebenwirkung wurden die neueren Wirkstoffe “atypisch” genannt.

Im Gegensatz zu den alten klassischen Antipsychotika haben sie nur geringe bzw. keine extrapyramidial-motorische Nebenwirkungen. Dies ist insbesondere von Vorteil hinsichtlich Spätdyskinesien – das sind extrapyramdiale Bewegungsstörungen, die als mögliche Nebenwirkungen nach längerem Gebrauch von hochpotenten typischen Neuroleptika auftreten können. Während bei Frühdyskinesien (also die oben genannten extrapyramidial-motorischen Nebenwirkungen) nach Absetzen des Neuroleptikums bzw. Reduzierung der Dosis verschwinden, sind Spätdyskinesien in der Regel irreparabel.

Plus- und Minussymptomatik

Allerdings braucht es weiterhin den Einsatz typischer Neuroleptika gegen sogenannte Plussymtome (Denk- und Wahrnehmungsstörungen, Antriebsteigerung, Unruhe). Hingegen werden bei sogenannten Minussymptomen (kognitive Defizite, Reduzierung von Mimik und Gestik, depressive Symptome) vorwiegend atypische Neuroleptika eingesetzt.

Nebenwirkungen von Neuroleptika

Bei den alten typischen Neuroleptika kann es neben den oben beschriebenen extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen (Frühdyskinesien und Spätdyskinesien) manchmal zu Blutbildveränderungen kommen. Außerdem müssen die Leberwerte kontrolliert werden, um eventuelle Leberfunktionsstörungen sofort zu erkennen. Ferner werden häufig Nebenwirkungen beobachtet, die zwar ungefährlich sind, aber die Lebensqualität beeinträchtigen können, wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Gewichtszunahme.

Bei den neueren atypischen Neuroleptika treten in der richtigen Dosierung kaum bis wenige Nebenwirkungen auf, wobei hier jeder Wirkstoff ein eigenes Nebenwirkungsprofil hat.

Bei Neuroleptika gibt es kein Abhängigkeitspotenzial. Allerdings sollte das Absetzten des Medikaments nach längerer Einnahme ausschleichend erfolgen, damit sich Körper und die Psyche darauf einstellen können.

Beruhigungsmittel (Tranquilizer)

Wirkung

Tranquilizer umfassen eine Gruppe von Psychopharmaka, die angstlösend und entspannend wirken. Sie werden auch als Beruhigungsmittel (lat. tranquillare = beruhigen) oder aufgrund ihrer angstlösenden Wirkung als Anxiolytika (lat. anxius = Angst; griech. lytikos = fähig zu lösen) bezeichnet. Aufgrund der unterschiedlichen Wirkung kann man allerdings Anxiolytika und Tranquilizer nicht gleichsetzen.

Hauptsächlich kommt die Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine als Tranquilizer zum Einsatz, aber auch einige Neuroleptika, Antidepressiva, Betarezeptorenblocker, Antihistamine sowie pflanzliche Substanzen können eine beruhigende bzw. sedierende Wirkung haben. Da fast alle Tranquilizer eine sedierende bzw. schlafanstoßende Wirkung besitzen, ist der Übergang zwischen Beruhigungs- und Schlafmittel fließend. Ob ein Tranquilizer zur Beruhigung oder zur Sedierung dient, ist hauptsächlich von der Dosis abhängig.

Benzodiazepine

Die klassischen Tranquilizer sind jene aus der Gruppe der Benzodiazepine (von Insidern “Benzos” genannt). Sie können sedierend-dämpfend, angstlösend, muskelentspannend und antiepileptisch wirken. Stark sedierende Tranquilizer werden fast ausschließlich als Hypnotika bei Schlafstörungen eingesetzt (z.B. Rohypnol® bzw. Somnobene®, Halcion®, Mogadon®, Valium®). Im Gegensatz dazu werden z.B. Lexotanil®, Anxiolyt® bzw. Praxiten®, Xanor® und Temesta® bzw. Tavor® eher als Tagestranquilizer zur Lösung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie zur Behandlung von Entzugssymptomen verabreicht.

Die Wirkstoffe Diazepam (Valium®) und Clonazepam (Rivotril®) werden aufgrund der krampfunterdrückenden Wirkung auch zur Behandlung von Epilepsien verwendet.

Die Wirkungsweise von Benzodiazepine vermutet man in einer Verstärkung des natürlichen hemmenden Mechanismus im zentralen Nervensystem, wobei der Neurotransmitter "Gamma-Aminobuttersäure" (GABA) eine wichtige Rolle erfüllt.

Nebenwirkungen von Benzodiazepinen

Tranquilizer sind relativ untoxisch und führen deswegen selten zu Vergiftungen und Tod. Allerdings gibt es auch hier erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen. Die sedierende Nebenwirkung ist bei Schlafstörungen von Vorteil. Bei der Einnahme tagsüber kann es jedoch zur Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und Konzentrationsminderung kommen. Ferner treten häufig Benommenheit, Schwindel und Störungen der Koordination (z.B. Gangstörungen) auf. Bei Langzeitbehandlung oder hoher Dosierung wurden Sprachstörungen beobachtet. Einige Benzodiazepine können auch kurzzeitige Gedächtnislücken verursachen (z.B. Halcion®). Ferner kann es zu Gewichtszunahme, Menstruations- und Sexualstörungen kommen.

Es wurden auch paradoxe Reaktionen wie Erregungszustände und Schlaflosigkeit beobachtet. Durch die Einnahme von sehr hohen Dosen kann es zum Delir, zu epileptischen Anfällen oder zu psychotischen Symptomen kommen. Ferner können bei Langzeiteinnahme von Benzodiazepinen ein Wandel in der Persönlichkeit und depressive Verstimmungen auftreten.

Eine besondere Gefahr liegt im hohen Suchtpotenzial von Benzodiazepinen. Neben dem Gewöhnungsrisiko bei der Behandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen wird immer häufiger auf Medikamente zur Steigerung des Lebensgefühls zurückgegriffen.

Ein Phänomen bei Benzodiazepinen ist die sogenannte "Low dosage dependency" (Niedrigdosis-Abhängigkeit), bei der Patienten jahrelang eine geringe Dosis ohne Dosissteigerung einnehmen. Ungeachtet der geringen Langzeitdosis kommt es beim Absetzen des Präparates zu Entzugserscheinungen.

Bei Abhängigkeitsgefahr sollte besser auf geeignete Neuroleptika zurückgegriffen werden. Bestimmte Neuroleptika (z. Dominal® und Truxal®) können in passender Dosierung dämpfend und entspannend wirken. Allerdings sind die Nebenwirkungen oft ungünstiger. Auch bei Antihistamine und pflanzlichen Mittel (z.B. Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Kava-Kava) liegt kein Suchtpotenzial vor. Die Wirkung von pflanzlichen Mittel ist jedoch für die meisten Patienten weniger zufriedenstellend.

Schlafmittel (Hypnotika)

Als Hypnotika werden jene Arzneimittel bezeichnet, die sedieren oder schlafanstoßend sind. Generell kommt es auf die Dosis an, ob ein Mittel beruhigend, schlafanstoßend oder narkotisieren wirkt. Es gibt unterschiedliche Arzneimittelgruppen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen, die gegenwärtig als Hypnotika eingesetzt werden.

Die wichtigste Gruppe von Schlafmittel sind jene vom Benzodiazepine-Typ, wobei sich die einzelnen Wirkstoffe hinsichtlich Wirkstärke, Nebenwirkungen und Halbwertszeit erheblich unterscheiden können. Deshalb ist die Art der Schlafstörung abzuklären, z.B. ob es sich um eine Ein- oder Durchschlafstörung handelt und ob es einen beeinträchtigenden Hang-Over-Effekt am nächsten Tag gibt.

Ein gängiges Schlafmittel mit kurzer Halbwertzeit ist Halzion®, während die Wirkung von Rohypnol® sehr lange anhält. Besonders zu beachten bei der Einnahme von Benzodiazepinen als Schlafmittel ist eine eventuelle Leistungs- und Konzentrationsminderung am nächsten Tag und die bereits genannte Gefahr der Abhängigkeit.

Sehr oft als Schlafmittel eingesetzt wird das Benzodiazepin-Analoga Zolpidem (Ivadal® oder Zoldem®). Benzodiazepin-Rezeptoragonisten wirken ähnlich wie Benzodiazepine, unterscheidet sich aber etwas hinsichtlich ihres Wirkungsprofils. Ein Rezeptoragonist ist in der Pharmakologie eine Substanz (Ligand), die einen bestimmten Mediator (z. B. ein Neurotransmitter) in seiner Wirkung imitiert bzw. ersetzt. Dabei besetzt der Agonist den entsprechenden Rezeptor und aktiviert dort die Signaltransduktion in der Zelle, was in der Folge zu einem detektierbaren Effekt führt.

Hinsichtlich Muskelentspannung und Hang-Over-Effekt schneiden Benzodiazepin-Rezeptoragonisten besser ab als Benzodiazepine. Benzodiazepin-Analoga wurden anfangs als weniger problematisch eingeschätzt als Benzodiazepine. Mittlerweile hat die WHO den Wirkstoff bezüglich des Abhängigkeitsrisikos den Benzodiazepinen gleich gestellt.

Niedrigpotente Neuroleptika (z.B. Truxal®, Dominal®), atypische Neuroleptika (z.B. Seroquel®), schlafanstoßende Antidepressiva (z.B. Trittico®) und Antihistamine werden ebenfalls häufig als Hypnotika eingesetzt. Allerdings ist das Nebenwirkungsprofil ungünstiger im Vergleich zu Benzodiazepine und Benzo-Analoga.

Stimmungs- bzw. Phasenstabilisierer

Sogenannte "Mood Stabilizer" normalisieren krankhaft veränderte Stimmungen bei bipolaren Störungen (manisch-depressive Erkrankungen). Dazu werden die Substanzen Lithium, Carbamazepin (Tegretol®) oder Valproinsäure verabreicht. Bekannt sind diese Substanzen auch für ihre antiepileptische Wirkung.

Psychostimulanzien

Diese Substanzen erhöhen, beschleunigen oder verbessern die Aktivität der Nerven. Besonders häufig wird der Amphetamin-ähnliche Arzneistoff Methylphenidat eingesetzt, der unter dem Namen Ritalin oder Concerta bekannt ist. Der Einsatz von Psychostimulanzien kann bei Krankheiten wie Parkinson, Narkolepsie, Konzentrationsstörungen, ADHS und therapieresistenter Depression sehr hilfreich sein, allerdings verfügen diese Medikamente über ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial.